Die Schulcharta des Gymnasium Antonianum

Schulcharta

Was ist eine Schulcharta? Unter einer Schulcharta versteht man eine Grundsatzvereinbarung zwischen allen an der Schule Beteiligten, Schülern und Eltern bzw. Erziehungsberechtigten, Lehrern und Mitarbeitern. Sie stellt Grundsätze für das Zusammenleben aller Mitglieder der Schulgemeinschaft auf, aus denen sich Rechte und Pflichten für jeden Einzelnen ergeben. Infolgedessen ist sie mehr als eine Schul- und Hausordnung, die auf jene aufbaut und auf deren Grundlage spezifische Verhaltensregeln für einzelne klar definierte Situationen aus dem Schulalltag aufstellt.

 

Die Textfassung unserer Schulcharta erhalten Sie hier.

 

Es gibt gute Gründe für die verbindliche Einführung einer Schulcharta:
Farbe bekennen: Wir erklären bestimmte pädagogische Grundsätze und Ziele für verbindlich, z.B. gegenseitige Achtung und Toleranz. Jeder verpflichtet sich selbst eigenverantwortlich zu einem entsprechenden Verhalten.
Wir-Gefühl erzeugen: Wir sind Antonianer und zeigen die Zugehörigkeit zu unserer Schulgemeinschaft auch über den Unterricht hinaus.
Zeichen setzen: Mit der Schulcharta zeigen wir nach außen hin, welche Werte für unsere Schulgemeinschaft wichtig sind, sodass Eltern daran ablesen können, was von ihren Kindern erwartet wird. Die Schulcharta setzt aber auch Maßstäbe für den Innenbereich Schule, an denen sich Schüler orientieren können, was ihnen ein Gefühl von Sicherheit geben kann.
Insgesamt ist die Schulcharta als ein Instrumentarium zu verstehen, das die Identifikation mit der Schule verstärkt, ein faires Miteinander in der Schule ermöglicht und damit zur Verwirklichung einer guten Schule beiträgt, in der sich alle wohl fühlen können, also ein Aushängeschild für unsere Schule.

Die Schulcharta ist kein von oben verordnetes Regelwerk, sondern ein demokratisch verfasster Vertrag, der in einem langen Diskussionsprozess von Schülern, Lehrern Eltern, Schulvorstand und Schulleitung entwickelt wurde. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus zwei Mitgliedern des Schulvorstands (Tale Ulbrich als Schülervertreterin, Frau Fülbier-Floren als Elternvertreterin) und der Schulleitung (Frau von Wahlde, Herr Rörsch), hat den Prozess initiiert, die Ergebnisse gesammelt und als Vertrag ausgearbeitet. Dieser wurde auf der Gesamtkonferenz am 10. Juni 2010 verabschiedet.

Seit November 2002 lag eine Schulcharta bereits als Entwurf vor. Obwohl der Grundaufbau beibehalten wurde (Vorwort, Grundsätze, Selbstverpflichtung, Schlussbemerkung), wurden deutliche sprachliche und inhaltliche Änderungen vorgenommen. Es wird beispielsweise an die Eigenverantwortung der Schüler für ihren Bildungsweg und damit an ihre Anstrengungsbereitschaft appelliert. „Bildung ist ein wertvolles Gut und Aufgabe für unser ganzes Leben. Dafür ist eigenverantwortliches Lernen unabdingbar.“ Unterricht und Erziehung werden als „gemeinsame Aufgabe von Lehrern, Schülern und Eltern“ herausgestellt. Der Gottesbezug erscheint nicht mehr als Verpflichtung aller zu einer Verantwortung Gott gegenüber, sondern als feststellende Ist-Aussage: „Das Gymnasium Antonianum steht in der langjährigen Tradition des christlichen Humanismus mit dessen Gottes-, Welt- und Menschenbild“. Ergänzend wird die Offenheit für alle Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Kulturen, Weltanschauungen und Religionen betont. Weitere neue Aspekte in der Selbstverpflichtung sind Gesundheit, Lärm oder Gefahren des Internets (Mobbing).

Die Schulcharta wird an jeder Klassenraumtür aufgehängt und wird im Wegweiser veröffentlicht, sodass sie jederzeit zum Thema im Unterricht gemacht werden kann und soll.

Der Schulvertrag wird künftig bei der Schulanmeldung der Klassen 5 mit den Anmeldeformularen ausgegeben und muss von den Eltern und Schülern unterschrieben abgegeben werden. Auf diese Weise setzen sie sich von Anfang an mit dem Geist der Schule auseinander und erklären die Grundsätze der Schule und die Selbstverpflichtungen für sich als verbindlich.

Maria von Wahlde

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