Wenn Schüler zu jungen Politikern werden

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Schüler des Gymnasium Antonianum spielen die Europäische Politik Simulation „EPS“ / EU-Abgeordneter Gieseke lobt Engagement der Schüler

Vechta – Wie sieht eigentlich die Entscheidungsfindung im Gesetzgebungsverfahren der Europäischen Union aus und wozu sollten Jungwähler eigentlich ein Europaparlament wählen? Diesen Fragen stellten sich 69 Zehntklässler des Gymnasiums Antonianum aus Vechta (GAV).

Das Münchener Informationsbüro des Europäischen Parlaments und die Fa.EuroSoc.GmbH luden die Schüler am 17. und 18. Juli zu der Europäischen Politik Simualtion „EPS“ am GAV ein. Hierfür wurde eine typische Beschlussfassung der Europäischen Union (EU) – das ordentliche Gesetzgebungsverfahren – in eine innovative Simulation umgesetzt. Auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse schlüpften die Teilnehmer in die Rolle von Mitgliedern des Europäischen Parlaments, des Ministerrats und der Presse. In Interaktionen von Angesicht zu Angesicht erlebten und erlernten sie dabei den Entscheidungsgang der EU, die Instrumentalisierung der Presse seitens der Politiker sowie den Einfluss der öffentlichen Medien auf die Entscheidung einzelner Politiker. Dabei standen die Mitarbeiterinnen des EuroSoc-Teams den Schülern in verschiedenen Rollen (u.a. Generalsekretärinnen oder Expertinnen) beratend zur Seite. Die Teilnehmer führten in den zwei Tagen Verhandlungen zur Einwanderungs- und Asylpolitik in der EU. Diskutiert wurde auf der Grundlage eines Richtlinien-Vorschlags der EU-Kommission. Nach intensiven und zähen Verhandlungen kamen die Jung-Politiker nach zwei Tagen zu dem Ergebnis, den Richtlinien-Vorschlag der Kommission abzulehnen. Das Europäische Parlament und der Ministerrat konnten sich nicht auf einen gemeinsamen Standpunkt einigen. Es sei sehr schwer, die verschiedenen Positionen der Mitgliedsstaaten, Fraktionen und Politiker unter einen Hut zu bekommen, reflektierten die Schüler.

Besonders aufregend: Am zweiten Tag konnten die Schüler Eindrücke über die Arbeit eines Mitglieds des Europäischen Parlaments gewinnen. Der aus dem Emsland stammende EU-Politiker Jens Gieseke (CDU/EVP) stellte sich in einem Podiumsgespräch den Fragen der Schüler und berichtete über seine Erfahrungen als Europaabgeordneter. Darüber hinaus lobte er das Engagement der Schüler, sich der Herausforderung der anspruchsvollen Simulation – auch unter den derzeitigen Wetterbedigungen von über 30 Grad – zu stellen.  Es sei ein zentrales Anliegen der Parlamentsmitglieder, den Bürgern der EU die Arbeit der Europapolitiker näher zu bringen, betonte Gieseke. Daher halte er solche Simulationsspiele und andere bürgernahe Initiativen für äußerst bedeutsam.

Autoren: Fr. Unger / Hr. Rösener

 

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