Forum Philosophicum: Philosophie der Freundschaft und der Liebe

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Bei hochsommerlichen Temperaturen konnten sieben Schülerinnen und Schüler der beiden Werte und Normen Kurse unseres 11. Jahrgangs am Montag, dem 29.05., wahre Philosophie - Liebe zur Weisheit - beweisen:  Unter der Leitung von Professor Dr. Jean-Christophe Merle, Professur für Philosophie, Universität Vechta, und Studienrätin Sibylle Mahrdt-Hehmann (M.A.), Gymnasium Sulingen, waren ausgewählte Schülerinnen und Schüler der Gymnasien Sulingen, Hoya, Diepholz und unserer Schule eingeladen, sich an der Universität mit dem Thema der Freundschaft und der Liebe auseinanderzusetzen.

Nach einer kurzen Einführung in die aristotelische Ethik durch Prof. Dr. Sandro Nannini (Universität Siena) folgte eine genauere Betrachtung der „Drei Arten von Freundschaft“ bei Aristoteles durch Sibylle Mahrdt-Hehmann (Gymnasium Sulingen). Am Ende dieses Vortrags kam in der sich jeweils an die Vorträge anschließenden Fragerunde durch einen Schüler zur Sprache, dass die antike Auffassung in ihrer klaren Sichtweise der Komplexität heutiger Beziehungen kaum noch gerecht zu werden scheint.

Prompt erfolgte nach der Mittagspause die entsprechende, zeitgenössische Betrachtung  des Themas durch Prof. Dr. Jean-Christophe Merle (Universität Vechta): Was ist eigentlich die vielfältige Emotion der Freundschaft?, die zu einer komplexen Aufarbeitung des Begriffs führte. Zum Abschluss durften die Teilnehmer Einblick in eine postmoderne Perspektive auf die Liebe nehmen („Philosophische Betrachtungen zu Roland Barthes` Fragmente einer Sprache der Liebe“), die Frau Dr. Sandra Markewitz (Universität Vechta) mit – bezogen auf die fortgeschrittene Zeit und Temperatur – erstaunlicher Frische vortrug. 

Für die Schüler bot der Einblick in universitäre Lehre eine neue Erfahrung, die vor allem bezogen auf den Vorlesungscharakter, aber auch die Vortragsstruktur und -sprache eine andere Art der Rezeption darstellte, als sie im Schulalltag zu erfahren ist. Ein wenig vermisst wurde der Seminarcharakter, für den Prof. Merle mit der limitierten Teilnehmerzahl bereits sehr gute Voraussetzungen schuf. Dieser Wunsch trifft auf fruchtbaren Boden: die Lehrenden betonten im Anschluss an die Veranstaltung ihre Offenheit und ihren Wunsch nach einer aktiven, kritischen, diskursiven Beteiligung der Schülerinnen und Schüler. Diese im kommenden Jahr stärker in den Fokus zu stellen soll das Ziel der nächsten Veranstaltung sein, wenn die Universität wieder ihre Tore öffnet, um jungen Erwachsenen einen Einblick in akademische Diskurse zu gewähren: wir freuen uns schon darauf!

Alexandra Meinen-Noltmann

 

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