Menschenfänger heute - Rechtspopulismus und -extremismus in Zeiten von Zuwanderung und Co“

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Im Rahmen unserer Aktion "Das Antonianum für Demokratie und Vielfalt" möchten wir als Schule in verschiedenen Veranstaltungen Aufklärung betreiben über Rechtspopulismus, Nationalismus und Rassismus und uns für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt einsetzen. Dieser Zielsetzung entsprechend informierten am Dienstag, den 16. Mai 2017, die anerkannten Politikwissenschaftler Herr Carsten Paals und Frau Claudia Kaup von der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW über die Wesensmerkmale und Ideologien von Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Darüber hinaus lieferten sie in ihrem spannenden Vortrag wichtige Hilfestellungen dafür, wie wir als Mitglieder der Gesellschaft, aber auch als Schule mit diesen Phänomenen umgehen können.

Zunächst verdeutlichten sie die Brisanz und die Aktualität der Thematik durch die allgegenwärtigen Beispiele der politischen Strömungen in In- und Ausland. Als wesentliche Merkmale, die einen rechtspopulistischen Politikstil inhaltlich charakterisieren, stellten sie den Nationalismus und die Furcht und Feindseligkeit gegenüber Gruppen dar, die als fremd wahrgenommen werden. Oftmals gehen solche Einstellungen mit kollektiver Wut und Akzeptanz von Gewalt einher. Ursachen für eine solche Orientierung seien beispielsweise Unzufriedenheit, Ohnmachtsgefühle, Entfremdungen und soziale Isolierung.

Die Grenzen dessen, was Demokratie an rechtem Gedankengut aushalten muss, werden dann überschritten, so die Wissenschaftler, wenn die grundlegenden Elemente des demokratischen Verfassungsstaates (Volkssouveränität, Rechtstaatlichkeit, Individualität des Einzelnen, Pluralismus, Achtung der Menschenrechte) abgelehnt werden. Dann seien die Merkmale des Rechtsradikalismus oder sogar des –extremismus erfüllt und die Grenzen der Legalität überschritten. Die Argumentation derartig Gesinnter sei oft geprägt durch einseitige und dogmatische Stereotypisierungen („richtig“ und „falsch“; „wir“ gegen „die“). Zudem würden Einzelaspekte häufig aus dem Zusammenhang gerissen und sinnentfremdet oder bewusst unwahr in emotionaler Diskussionsweise dargestellt, sodass der Gesprächspartner durch resultierende Wissenslücken in eine defensive Position gerate.

Abschließend formulierten Herr Paals und Frau Kaup Hilfestellungen für den Umgang mit Rechtspopulismus oder –extremismus in Diskussionen, die immanente Relevanz für unseren Schulalltag beinhalten:

  • Wissensvermittlung im Unterricht
  • Fragen stellen, Quellen einfordern („Wo hast du das gelesen?“ / „Was sind für dich Ausländer?“)
  • Eigenen Standpunkt einnehmen und deutlich machen („Das sehe ich anders!“)
  • Andere in das Gespräch einbeziehen
  • Stereotypen aufbrechen („Wer sind denn ´die da`?)
  • Sachliche Ebene herstellen, Emotionalität bremsen
  • Wissensdefizite ausgleichen, z.B. durch Recherche im Unterricht

Die Dringlichkeit einer klaren Stellungnahme gegen rechtes Gedankengut fassten die beiden Wissenschaftler in ihrem Fazit zusammen: „Es gibt keinen Sieger! Wer aber schweigt, der hat schon verloren!“

Schulleiterin Inge Wenzel dankte den beiden Dozenten und konstatierte, dass das Antonianum auf einem guten Weg sei. Z.B. durch die Bildungsinhalte im Unterricht, die Realisierung unserer Leitgedanken, Individualität zu stärken und Pluralismus zu fördern. Auch die derzeitige Aktion „GAV“ und die Konzeption „Schule gegen Rassismus“ dokumentierten, dass unsere Schule sich gegen rechtspopulistische Ideologien stark mache!

 

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