Ex-Neonazi Manuel Bauer berichtet über seinen Ausstieg aus der rechtsradikalen Szene

 

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Im Rahmen der Aktion: „Gemeinsam - Aufmerksam - Verantwortlich – Das Antonianum für Demokratie und Vielfalt" fand am 27.04.2017 in der Aula des Gymnasiums ein äußerst facettenreicher Vortrag des Ex-Neonazis Manuel Bauer statt. Nahezu drei Stunden verfolgten Schüler/innen, Lehrer/innen und Interessierte hochkonzentriert und gebannt das bewegte Leben des aus Torgau stammenden 38-Jährigen, der über die rechte Szene lebendig berichtete.

Bauer, der 1989 zur Zeit der Wende auf dem Schulhof von Rechtsradikalen angeworben wurde, informierte ausführlich über die Arbeitsweise von autonomen Nationalisten, Ideologie, Symbole, rechtliche Hintergründe und Anwerbungsstrategien der rechten Szene, aber auch über Stationen seiner eigenen Geschichte. Dabei zeigte Bauer eine besondere Vorliebe für volksverhetzende Musik, die ein Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe schafft und zu Aktionen motiviert.

Bauer, lange Zeit bekennendes Mitglied der sächsischen Neonazi-Szene, rutschte immer tiefer in die Gewaltspirale ab. Während seiner Inhaftierung im Gefängnis wurde Bauer von einem Mitarbeiter der Organisation „EXIT Deutschland“ angesprochen, daraufhin entschied er, aus der rechtsradikalen Szene 2003 auszusteigen.

Seitdem ist Bauer für EXIT als Aufklärer aktiv. Er ist überzeugter Verfechter für den gewaltfreien Umgang miteinander und diese Haltung will er vor allem jungen Menschen nahelegen.

Frau Inge Wenzel, Schulleiterin des Gymnasium Antonianum Vechta, betont am Schluss der gelungenen Veranstaltung, dass es ein wichtiges Ziel sei, in Bezug auf rechtspopulistische und rechtsextreme Inhalte zu sensibilisieren und sich für Demokratie, Menschenwürde und Toleranz einzusetzen.

 Friederike zur Nieden 

 

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