Klangvoller diamantener Jubiläumsklassentreff (Abitur 1957) am Antonianum

 

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Besucher des Abi-Jahrgangs 1957:
(hintere Reihe von links) Klaus Kempe – Gerd Bünger – Carl Figura – Hermann Warnking
(vordere Reihe von links) Otto Mählmann – Gerd Tumbrägel – Klaus Henßen – Christoph Körner – STD‘ Maria von Wahlde – Helmut Schmutte

 Auf den Treppenstufen vor dem Hauptportal des Deutschlandhauses wurden 9 ehemalige Antonianer, liebevoll „alte Blechis“ genannt, von der Schirmherrin des „Blech“, Frau Weigel, und Than Lu, Vertreter des „Blech“ und Schüler des 11. Jahrgangs, mit der traditionellen gelben Fahne empfangen.

Die stellvertretende kommissarische Schulleiterin, Frau Maria von Wahlde, begrüßte die altehrwürdigen Gäste am Morgen des 8. März 2017. Im Portal des Eingangs tauchten die ersten Erinnerungen an ihre alte Schule auf: Dieses Portal durften die ehemaligen Antonianer in den 50er Jahren nicht betreten, weil es nur den Lehrern vorbehalten war. Die Schüler mussten zwei kleinere Seiteneingänge des Deutschlandhauses benutzen.

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Vor diesem Hintergrund rezitierte Christoph Körner, Organisator des Tages,  die unterhaltsame „Ballade“ von Bernd Cromme, der ein dramatisches Schulerlebnis humorvoll „verdichtet“ hatte: Der Schüler Jan Siemer eilte damals durch das verbotene Portal, wurde aber vom Schulleiter „Kimmel“ ertappt. Eine gnadenlose Verfolgungsjagd begann, die auf der Moorbachbrücke endete. Der Karzer blieb dem jungen Mann aber erspart.

 

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 Bei Kaffee, Tee und Gebäck im Elternsprechzimmer unterhielten sich die Gäste angeregt und stellten viele Fragen: „Schule damals – heute“. Sie staunten z.B. über die zwei Flüchtlingsklassen  am Gymnasium, die nicht auf das Abitur vorbereitet werden, sondern Sprachunterricht in Deutsch erhalten.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der neuen Mensa, ebenfalls eine neue Schulerfahrung, durchstreiften wir gestärkt und ohne Mittagsschlaf die Schule. Die erste Station auf dem Rundgang war die Statue des heiligen Antonius, vor dem die Ehemaligen spontan und kräftig die alte Schulhymne auf Latein anstimmten: „Antoni nos tuere, felices nos habere…“ Auf großes Interesse stießen die Räume im Deutschlandhaus, die sich grundlegend in ihrer Ausstattung und Nutzung gewandelt hatten. Z.B. diente die heutige Lehrerbibliothek damals als Zeichensaal. Im naturwissenschaftlichen Trakt weckte die Physiksammlung Erinnerungen an durchgeführte Experimente, die dann doch nicht klappten, z.B. mit der Influenz-Maschine. Auch der neu gebaute Musiktrakt und die Europahalle fanden große Bewunderung.

An das Nachmittagsprogramm im Zeughausmuseum schloss sich ein Besuch der restaurierten Klosterkirche an. Ziel war, die alten lateinischen Antoniuslieder gemeinsam zu singen, begleitet von der neuen Orgel: „Laudemus nunc Antonius“, „Tua festa, tua gesta“ oder „Tuas Antoni laudes“. Die Noten, damals von der traditionellen Blaskapelle „Blech“ regelmäßig geschmettert, waren nach langem Suchen von Markus Instinsky, dem ehemaligen Geschichtslehrer des Antonianum, im Archiv des Heimatvereins Vechta ausfindig gemacht worden. Zum Glück, denn nun konnten mit gesanglicher Unterstützung durch Bernd Cromme, die Antoniuslieder voller Inbrunst gesungen werden. Der Organist kommentierte den kräftigen, begeisterten Gesang: „als wenn die Kirche voll gewesen sei“. Auch Herr Zapfe, der ehemalige Schulleiter, war voll des Lobes über die Idee und Durchführung dieser „Singstunde“.

Auch wenn die Antoniuslieder heute nicht mehr zum aktiven Repertoire des „Blech“ gehören, stellen sie einen wichtigen Bestandteil der Tradition unserer Schule dar. Der OV-Redakteur, Herr Ulrich Suffner, setzte die Notierung der Antoniuslieder in Farben um, ließ sie drucken und überreichte der Schule ein kunstvolles Plakat. Die Schule dankt dem Abiturjahrgang 1957, besonders dem Organisator Herrn Christoph Körner, für die Wiederbelebung unserer musikalischen Tradition. Das nächste Treffen soll 2019 zur 300-Jahrfeier des Antonianum stattfinden.

Maria von Wahlde

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