Exkursion in die Kunsthalle Bremen

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Am 19.10.2016 starteten alle Kunstkurse der Oberstufe zu einer gemeinsamen Exkursion in die Kunsthalle Bremen. Während sich die Kurse des 11. und 12. Jahrgangs auf erhöhtem Niveau im Rahmen einer Führung explizit mit Aspekten des Kursthemas „Zeit im Bild“ auseinandersetzten, tauchten die anderen Kurse mit Arbeitsaufträgen vor allem in eigens ausgewählte Werke ein oder bekamen in einem individuellen Rundgang kunsthistorische Highlights aus der hochwertigen Sammlung der Kunsthalle präsentiert.

Die sehr lebendige und engagierte Führung für die beiden oben genannten Kurse wartete mit künstlerischen Leckerbissen auf und spannte einen weiten Bogen zwischen Epochen und Gattungen. So wurde an Originalabzügen von Eadweard Muybridges fotografischen Bewegungsstudien der Einfluss der Fotografie auf die Kunst des 19. und beginnenden 20. Jahrhundert authentisch und nahezu „greifbar“. Etwas haltlos dagegen waren die Schülerinnen und Schüler in James Turrells Sternensichtraum („Above – Between – Below“ von 2011) über vier Etagen im Obergeschoss des Museums: Die spezielle Lichtsituation ließ den Blick auf Wände und Sitzbänke verschwimmen, so dass einige von uns ins Stolpern und Taumeln gerieten. Mit John Cage als weiterem Grenzüberschreiter der 20. Jahrhunderts (Rauminstallation „Writing through the Essay 'On the Duty of Civil Disobedience‘“), aber auch barocken Kabinettstückchen oder Munchs eindrucksvoller Darstellung der Erkenntnis des Todes („Das Kind und der Tod“, von 1899) wurde die kunstgeschichtliche Reise fortgesetzt, wobei Herr Kosubek den engen Zeitrahmen der Führung mit Begeisterung überschritt und spontan noch drei zusätzlich Werke einbaute. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es auf eigene Faust weiter, um die persönlichen Lieblingswerke zu entdecken und vorzustellen.

Am Ende war der intensive, reichhaltige Museumsbesuch fast zu rasch vorüber. Die letzten wurden von ihren knurrenden Mägen aus der Kunsthalle getrieben und dann ging es auch schon zurück.

In der Reflexion der Fahrt wurde die Erkenntnis deutlich, dass es einen klaren Unterschied zwischen Originalen und Reproduktionen gibt – was allein die Vorstellung von den Formaten, aber auch das Erleben der Farben oder die Wahrnehmung des Farbauftrags angeht. Dies und die Fülle der verschiedenen Eindrücke zeigten am Ende, dass es eine gelungene Unternehmung war, die Appetit auf mehr macht.

Alexandra Meinen-Noltmann

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