Lernkooperation ermöglicht Schülerin Praktikum im OP

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Wer sich vorstellen kann, in seiner Zukunft im medizinischen Bereich zu arbeiten, dem kann ich ans Herz legen, die Kooperation unserer Schule mit dem Marienhospital zu nutzen.

Ich habe ein freiwilliges Praktikum im OP in den Herbstferien gemacht.

Mein Tag begann um halb acht und endete um ca. viertel vor vier, fünf OP-Säle erwarteten mich mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen. In Saal 1 wurden Knochenbrüche aller Art behandelt und im zweiten Saal im allgemein- und viszeralchirurgischen Bereich gearbeitet.

Im Saal 3 war die Gynäkologie zu Hause und in den Sälen 4 und 5 die HNO oder aber dort wurden kleinere Eingriffe durchgeführt.

Doch bevor ich in die Nähe der Säle kam, musste ich erst einmal eine Schweigepflichtserklärung unterschreiben. Anschließend bekam ich einen Spindschlüssel für die Umkleide und eine Essenskarte für die Mitarbeiterkantine.

In der Umkleide wurde mir die blaue Einheitskleidung (Hemd und Hose) gezeigt, neue Schuhe gegeben und mir erklärt, wie ich Kopfbedeckung und Mundschutz zu tragen habe. Danach folgte die Desinfektion der Hände und dann ging es los in den OP-Bereich.

Doch wer jetzt Bilder von „Grey´s Anatomy“ vor Augen hat, der liegt falsch.

Jeder ging zwar zügig seiner Arbeit nach, es war aber längst nicht so hektisch und dramatisch wie im Fernsehen.

Doch das war keine Enttäuschung, im Gegenteil, das Praktikum war noch viel besser, als ich mir vorgestellt hatte!

Durch den freundschaftlichen Umgang des Personals untereinander fühlte man sich gleich wohl. Mir wurde von den Pflegern und Ärzten alles erklärt und gezeigt, keine Frage schien zu dumm und nie hatte ich das Gefühl, nicht willkommen zu sein.

Ich hatte tolle Einblicke in die Arbeit der Anästhesiepfleger, der operationstechnischen Assistenten, der Anästhesisten und der Operateure.

Am ersten Tag z.B. nahm mich der Anästhesist mit in die Einleitung der Patienten. Ich konnte beobachten, wie die Narkose eingeleitet wurde und welche Maßnahmen ansonsten noch vor einer Operation ergriffen werden mussten und wie die Patienten nach dieser ausgeleitet wurden.

Die meiste Zeit hielt ich mich aber direkt im OP-Saal auf. Dadurch lernte ich, wie der Saal auf einen Eingriff vorbereitet wird, welche Instrumente nötig sind, wie Patientenakten aufgerufen werden und wie der Saal nach der Operation aufgeräumt und gesäubert wird.

Die ersten beiden Tage schaute ich von etwas weiter weg bei den Operationen zu und versuchte, dem Pflegepersonal, soweit ich es konnte, zu helfen, doch am dritten Tag war es dann soweit: ich durfte mich steril waschen und selbst mit an den Operationstisch treten!

Mir wurde die Operation erklärt und ich hatte einen tollen Einblick in die Arbeit eines Chirurgen. Selbstverständlich wurde die ganze Zeit, ob am OP-Tisch oder aber während der anderen Zeit, auf die Hygiene geachtet.

Natürlich durfte ich am Operationstisch nur kleine Tätigkeiten übernehmen, wie z.B. das Aufhalten des OP-Bereiches am Körper unter genauer Anleitung der Operateure.

Doch schon das war sehr aufregend und spannend.

Während der zwei Wochen habe ich unheimlich viel gesehen: laparoskopische Blinddarmentfernungen (ein Eingriff, bei dem mit einem, Endoskop gearbeitet wird), Krampfaderentferungen, Operationen an Leistenhernien, Entfernungen von Gallenblasen und der Schilddrüse, eine Neumodellierung eines Innenohres, eine Operation am Sprunggelenk, eine Geburt mit Kaiserschnitt und vieles mehr.

 

 

Mir hat dieses Praktikum vor allem bei der Orientierung meiner beruflichen Wünsche geholfen, da ich mir die Arbeit im Krankenhaus nun ein Stück weit besser vorstellen kann. Ich möchte mich noch einmal für die Geduld und Betreuung des OP-Personals bedanken und ich kann nur jedem empfehlen, bei Interesse die Kooperation zu nutzen, sei es durch ein freiwilliges Praktikum oder aber ein Schulpraktikum.

Ulrike Voßmann

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