Bewegende Buchpremiere

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Trotz schlechten Wetters fanden am gestrigen Abend (09.02.2016) über 120 Interessierte den Weg ins Museum im Zeughaus. Die Mitglieder des Seminarfachs "Brücken bauen" des Jahrgangs 12 unter der Leitung von OStR Olaf Bröcker stellten dort in äußerst beeindruckender Weise Auszüge aus den Ergebnissen ihrer Arbeit vor.

 

Die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten hatten sich kritisch mit der Zeit des Nationalsozialismus im Landkreis Vechta auseinandergesetzt, indem sie die Rolle fiktiver Jugendlicher aus dieser Zeit einnahmen und dabei deren Fühlen und Handeln nachempfanden. So mussten sie in ihrer Rolle für das Winterhilfswerk sammeln und das Kreuz im Klassenzimmer entfernen. Sie wurden konfrontiert mit dem frühen Kriegstod eines Klassenkameraden sowie mit der Zwangssterilisation einer Mitschülerin, die einen behinderten Bruder hatte, der kurz darauf getötet wurde, und vielen anderen Ereignissen.

Absoluter Höhepunkt der Arbeit in dem Seminarfach war eine Exkursion in die Gedenkstätte Ravensbrück, wo die Schülerinnen in den ehemaligen Unterkünften der SS-Wächterinnen übernachteten. Zwei Schülerinnen fanden ihre Rolle dann auch in diesem KZ wieder, eine Rolle überlebte die Haft nicht.

Die Schülerinnen und Schüler verarbeiteten die Impulse, die von Olaf Bröcker und von Alfred Büngen, dem Leiter des Geest-Verlags, der die Arbeit zwei Jahre lang begleitete, in Tagebucheinträgen, Gedichten oder Monologen. Aus dieser Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit dem Geest-Verlag der über 500 Seiten umfassende Roman "So bleibt mir nur die Hoffnung", der ab sofort im Buchhandel erhältlich ist.

Bei der Buchpremiere lasen die Jugendlichen Auzsschnitte aus dem Roman für über die Zuschauer, die über eine Stunde lang intensiv zuhörten und sichtlich bewegt waren. Die Zeitzeugin Anita Krüger (90 Jahre) aus der Wesermarsch, die das Vorwort verfasst hat, setzte noch einmal einen berührenden Schlusspunkt, bei dem sie die Schülerinnen und Schüler aufforderte, sich aktiv gegen jede Art von Diktatur einzusetzen.

Die Premiere wurde von einem Team von O eins begleitet; der Beitrag ist unter folgendem Link zu sehen (bei Minute 16:35, etwa zu Beginn des letzten Drittels):

 

http://www.oeins.de/mediathek/vod-stream/?tx_vod_videoondemand[media]=2018&tx_vod_videoondemand[action]=show&tx_vod_videoondemand[controller]=Media&cHash=9938e36027c57427baf11b730d315ee7

 

Ingo Babilon und Olaf Bröcker

 

 

 

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