Antonianer besuchen Gedenkstätte in Esterwegen

  • Esterwegen
Dunkelstes Kapitel der deutschen Geschichte hautnah nachempfunden

Die Verantwortung für Frieden, Freiheit und Menschenrechte ist ein unschätzbarer Wert. So erlebten es zwei Klassen 10 des Gymnasium Antonianum beim Besuch der Gedenkstätte in Esterwegen. 45 Schülerinnen und Schüler nahmen zusammen mit zwei Lehrkräften an einer eindrucksvollen Führung teil,  die den Alltag, die Hintergründe und die menschlichen Schicksale im 1933 errichteten Konzentrationslager Esterwegen wirklichkeitsnah veranschaulichten.

Im ersten Jahr wurden hier im Lager politische Häftlinge untergebracht. In den Jahren 1934 bis 1937 diente es als Strafgefangenenlager der Reichsjustizverwaltung. Somit saßen auch von Wehrmachtsgerichten verurteilte deutsche Soldaten im Lager ein.  Weitere männliche Häftlinge aus Vechta kamen hinzu. Sie wurden vom Gebäude der heutigen Justizvollzugsanstalt für Frauen nach Esterwegen verlegt. 


„Wir sind die Moorsoldaten“ das bekannte Lagerlied aus dieser Zeit, beschreibt den Alltag der politischen Gefangenen. „Hier in dieser öden Heide, ist das Lager aufgebaut“, heißt es am Anfang der zweiten Strophe. Genau das vermittelte den Besuchern eine Bilderserie aus der Lagerzeit. „Solch´ schlimme Zeiten haben wir heutzutage zum Glück nicht, es soll auch so bleiben und dafür müssen wir etwas tun“, kommentierten einige der Schüler ihre eigene Fassungslosigkeit.

Anstelle der ehemaligen Baracken weisen heute Baumbepflanzungen auf die Unterkünfte hin, in denen mindestens 100 Menschen nach ihrer mehr als zwölfstündigen Arbeit im Moor zusammengepfercht leben mussten. In der Baracke Nr. 6 lebte der wohl bekannteste der KZ-Häftlinge, Carl von Ossietzky, der Friedensnobelpreisträger des Jahres 1935 und Namensgeber der 1973 gegründeten Universität Oldenburg.

Der Besuch der Gedenkstätte konfrontierte die aufgeschlossene Besuchergruppe aus Vechta mit einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Die Führung durch das nachempfundene Lager hinterließ bei allen Besuchern einen nachhaltigen Eindruck von den schrecklichen Ereignissen einer nicht so fernen Vergangenheit.

Auf dem Heimweg nach Vechta war die Stimmung der Antonianer eine sehr nachdenkliche. Auch wenn man heute sehr viel Unerfreuliches aus der deutschen Geschichte in Erfahrung gebracht habe, sei der Besuch der Gedenkstätte Esterwegen sehr lohnenswert gewesen. Man könne die heutige Exkursion dem gesamten Gymnasium Antonianum und allen übrigen Schulen empfehlen, so die spontane Meinung.

Hermann Bergmann

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