Material zum Leben erwecken

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Die SchülerInnen des Seminarfachs „Theater/Opern und ihre Wirkung“ (Jg. 12) besuchen die Hochschule „Ernst Busch“ in Berlin, mit dem Schwerpunkt Puppenspiel

 

Die Hochschule „Ernst Busch“ befindet sich mitten in Berlin und wurde 1951 gegründet und im Nachhinein nach dem verstorbenen Sänger und Schauspieler Ernst Busch benannt. Jährlich werden hier circa 15 Produktionen veröffentlicht und die Hochschule nimmt rund 90 Studenten auf. Bekanntere Absolventen der Hochschule sind unter anderem Manfred Krug, Matthias Schweighöfer und Aylin Tezel. Das alte Gebäude an der Schnellerstraße galt zur Zeit der DDR als eine „Kaderschmiede“, eine Art Eliteuniversität, doch heute lernen die Studenten hier alles rund um das Theater, so auch das Puppenspiel.

Susanna Paldauf ist künstlerische Mitarbeiterin im Studiengang zeitgenössischer Puppenspielkunst und Dozentin für Kulturmanagement und führte die SchülerInnen des Seminarfaches durch die Hochschule. Sie betonte, dass zum Puppenspiel nicht nur die bekannten Stücke für Kinder zählen, sowie der Kasper oder die Augsburger Puppenkiste, sondern, dass es sehr wohl auch Puppentheater für Erwachsene gebe.

Zunächst führte sie die SchülerInnen in die Puppenwerkstatt, zu Ingo Mewes, welcher erklärte, wie man aus Stoffen wie Schaumstoff, Holz oder Gummi verschiedenste Puppen herstellt. Hier lernen auch die Studenten ihre eigenen Puppen zu kreieren, von Fingerpuppen über Stabpuppen bis hin zu Klappmaulpuppen.

Weiter ging es in den Maskenfundus, sehr zur Begeisterung der SchülerInnen, und Susanna Pladauf erwähnte noch weitere Lehrgänge der Hochschule, so zum Beispiel Kurse zum freien Sprechen und Ausdruck auf der Bühne, aber auch Kurse für Akrobatik, Pantomime oder Steppen werden hier angeboten.

Im Puppenfundus konnten die SchülerInnen sich selber einmal als Puppenspieler versuchen und die verschiedenen Formen von Puppen zum Leben erwecken, was sich zum Teil als schwerer erwies als gedacht. Denn gerade bei Marionetten, wenn man versucht, die Puppen durch Ausdruck von Emotionen wirklich lebendig erscheinen zu lassen, ist viel Fingerspitzengefühl erforderlich. Dies wurde besonders deutlich, als zwei erfahrenere Studenten ihr Puppenspiel zeigten und die Puppen sehr konzentriert, durch schon fast menschlich wirkende Bewegungen, lebendig erscheinen ließen.

Zum Abschluss zeigten einige Studenten der Hochschule sehr eindrucksvoll in selbst- inszenierten Stücken wie man auch verschiedenen Alltagsgegenstände als eine Art Puppe verwenden kann.

So zum Beispiel Stücke einer Mandarine im „Sperm-Race“, eine lebendig gewordene Scheibe Käse oder ein Dialog zwischen einem Apfel und einer Banane.

Susanna Paldauf erklärte zum Schluss, dass diese Art Lebendigkeit der Puppen durch verschiedene Aspekte zustande komme. Zum einen durch die Authentizität der Puppen, da sie durch Gesichter und Kleidung schon menschlich wirkten, durch die Führung des Puppenspielers, aber nicht zuletzt auch durch die Vorstellungskraft der Zuschauer, die die Puppe wirklich lebendig macht.

 Lara Sander

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