Buchpremiere „Aus Farbstürzen“ ein voller Erfolg

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Dass Kurzprosa und Lyrik im sonst manchmal tristen Schulalltag Spaß machen können, bewiesen die acht Mitglieder der freiwilligen Arbeitsgemeinschaft „Schreibwerkstatt“ des Gymnasium Antonianum am vergangenen Montag einmal mehr. Die zahlreichen Zuhörer wurden Zeuge einer Buchpremiere im Wechselbad der Gefühle.

Katarina Klein, die die Zuhörer auf ein Gedankenexperiment durch die Welt von Musik und Film führte, sorgte für Lacher, als sie englische Lied- und Filmtitel in ihren Vortrag einbaute und routiniert auf Deutsch weiterlas. Die Texte von Maren Wegmann bestachen besonders durch Kürze und die Brutalität, in der sie manchmal verstörend genau ihrer Fantasie freien Lauf lies. Die Fantasie der jungen Poeten schien unersättlich und so verschwammen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität sehr schnell.

Ein weiteres Beispiel für die hohe Qualität der lyrischen Veröffentlichungen war der Text von Antonia Uptmoor. Sie sorgte mit „Inspirationslos“ für Gänsehautmomente. Die Niederschrift widmete sie ihrer verstorbenen Freundin – ehrlich, schonungslos und voller Trauer. Beklemmend, wie sie mit ihrer verzweifelten Trauer die Zuhörer packte und in ihren Bann zog. Sie schaffte es, das Publikum tief im Herzen zu berühren und zum Nachdenken anzuregen. Doch auch die humorvollen Texte fanden ihren Platz an diesem Abend im Zeughaus. Für meistens humorvolle Texte sorgte Lina Vaske. Ihr verspielter Erzählstil und die humorvollen Texte brachten das Publikum oft zum Lachen, stimmten aber auch nachdenklich. So durchlebte das Publikum-  in einem Moment tieftraurig, dann im nächsten laut lachend - eine Achterbahn der Emotionen.

Alfred Büngen zeigte sich begeistert von den jungen Autoren. Er unterstützt die Autoren, indem er das Werk im Geest-Verlag verlegt. Die Intensität der etwa 150 Texte sei in diesem Jahr so hoch, dass es wirklich schwer fiel, eine Auswahl zu treffen, erklärte Büngen. „Keiner der Texte muss die Konkurrenz mit Texten professionell erwachsener Schreiber scheuen, im Gegenteil. Das hohe sprachliche Niveau und die entwickelte Bildlichkeit gehen einher mit einer Aussageintensität, die einen bei jedem Text erneut erstaunen lässt“, lobte Büngen.

Auch Schulleiter Peter Rörsch richtete bewundernde Worte an die Schülerinnen und Schüler. Dabei thematisiert er den vermeintlichen Sprachverfall der heutigen Jugendlichen und spricht ihnen Mut zu: „Denn genau deswegen ist es wichtig, dass wir hier heute den Gegenbeweis antreten.“

Für die acht Poeten war es eine tolle Erfahrung, „zu sehen, wie weit die Schreibwerkstatt wirken kann und wie weit wir es mittlerweise als Arbeitsgemeinschaft gebracht haben“, erklärte Danielle Bullermann stolz. Für Antonia Uptmoor wurde mit dem Erscheinen von „Aus Farbstürzen“ ein lang gehegter Wunsch wahr: „Seit der ersten Klasse habe ich davon geträumt, irgendwann mal ein Buch herauszubringen. Mit der Veröffentlichung erfülle ich mir einen Lebenstraum.“ Lina Vaske freute sich, „dass uns jungen Autoren die Chance gegeben wird, ein Buch zu veröffentlichen und das im Rahmen einer Buchpremiere zu präsentieren.“ Frederik Bösing war es wichtig, die „eigenen Gedanken und Meinung mit Leuten teilen zu können und, dass einige sie auch aufnehmen.“ „Nicht nur für sich selbst zuhause zu schreiben, sondern auch zu veröffentlichen“, lag Pia Haskamp am Herzen.

Der Neologismus „Aus Farbstürzen“ sei aus der Vielfalt der Themen, die sie im Werk vereint haben entstanden, erklärt Bullermann. Dabei scheint es, als würden die verschiedenfarbigen Genres gegeneinander prallen und doch zusammenpassen, ein wenig wie ein Sturz. Die Dramatik dieses Titels findet sich auch in den Texten der Poeten wieder, wenn Katarina Klein sarkastisch über das „Heiligtum der Lügner“ schreibt oder Maren Wegmann von einer geheimnisvollen Begegnung im Mondscheinlicht erzählt.

Die 236 seitenstarke Anthologie ist die mittlerweile fünfte, die Mitglieder der Schreibwerkstatt im Geest-Verlag veröffentlichten.  „Aus Farbestürzen“ mit der ISBN 978-3-86685-502-1 ist für 12 Euro beim Geest-Verlag erhältlich.

Viktoria Willenborg

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