Lena Schnieders: Welterklärung

Dunkelheit und Enge umgeben alles im Raum und lähmen meine Lunge, die zu zerbrechen droht. Ich spucke, krampfe, krächze und bin gebannt vom Anblick dieser charmlos schönen Schlange, die mich schnürt und richtet. Mein altes „ich“ wird mir genommen, die Kälte all der Jahre, Schein, wie zerronnen.

Tiefer laufen des Blutes lange Schatten, neu in des Knechtes Rachen, der lechzend alles nimmt und sich nicht besinnt. Gezeichnet von dem dunklen Pakt, in dem er zu meinem Verdammten sich macht. Seinen Namen wird ein jeder bald vergessen, sobald die Gunst der Zufriedenheit ihn ereilt und er in der Sekunde vorm Zerfall begreift, was der Welt Rätsel ist. Dummer Mensch in seiner Pracht, die ihm Gott gemacht, kann nicht allein sehen und verstehen, was im Kern des Wissens steht, braucht mich, um zur Vollendung zu gelangen. Nutze Glanz und Gloria, um zu stehlen, was das Meine werden wird.

Sucht nach der Sehnsucht aller Fragen, komm zur Ruh, hör auf zu jagen. Hab nach zahlreichen Gestalten den einen gefunden, der die Macht vereint, nach der ich vergeblich rief!

Törichter Sohn des Adamsvolks, denkst an wunderbare Zeiten voller Zuversicht, doch glaube mir, die gibt es nicht! Du bist gefallen, kannst nie mehr zurück, werd dir alles nehmen zu meinem „Glück“. Einstigen Verlust der Macht vor Zeiten überwunden, stehe ich in neuem Glanz der Verführung unterbunden. Mein Name findet sich im Vergangenen – im Hier und Jetzt. Als Lakai eines Oberen entstanden, gefallen, neu geboren.

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