Eike Wahls: Bleibst du zurück?

„Nur die eine Richtung zählt. Nur das eine kann das richtige sein. Es gibt keinen Pluralismus“. Wenngleich sich in der Tat alles damit erklären lässt, bleibst du stur. Während alle vorangehen, läufst du im Kreis und bleibst damit zurück. Während sich alle mit Arbeit zuprosten, bleibst du sitzen. Du bist der Schmarotzer. Du bist der Querdenker. Du bist der Staatsfeind No. 00.000.001.
Darum schicken wir nette Mitschaumänner zu dir, die dir helfen werden, den Anschluss nicht zu verlieren. Ach komm schon, lass dich nicht an den Schultern herziehen, schau der Abstand wird größer. Die Männer sagen, du scheinst allein nach dem Verlust deines Studienplatzes? Och, wie schade, ohne uns werden die Bücher weiter schweigen, ohne uns bleibt die Milch entrahmt. Ohne uns wird die Tinte weiß; ohne uns bleibst du zurück.
Wir wissen, dass du neulich das falsche Kreuz gemacht hast, wir wissen deine Kritik an den Lecks zu schätzen. Doch du schaust nicht richtig. Was da produziert wird, muss besser sein als dein Dreck von drüben, sonst wäre ja die Wissenschaft falsch. Und du weißt doch, es gibt keinen Pluralismus, wir haben immä Recht. Und was machen wir ohne dich? Dann wird die Werkbank wieder werkeln, die Sonne eines jeden Tages aus dem Morgenland kommen und ihre gesamte Kraft und widmen. Erst am Ende stirbt sie auf der falschen Seite. Du verhinderst das nicht, hörst du? Ohne uns bleibst du zurück.
Wir wissen, dass deine Wurzeln durstig sind, drum trocknen wir sie aus. Fackeln wir dich ab, bekommst du Öffentlichkeit, sägen wir dich ab, könnte man dich verwerten und du würdest fast schon weiterleben. Das würdest du noch glauben wollen, ach, es gibt weder Pluralismus noch Opium fürs Volk mehr. Wir sind besser als deine Großväter, also erstrickst du entweder ohne Wurzeln in unserem Boden - wo du schon so lange schmarotzt hast, oder du lässt dich von uns umpflanzen. Triff deine Entscheidung: Bleibst du zurück?

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